Kraut & Tier

Man mag es kaum glauben, aber in manchen Punkten sind sich Schöpfungs- und Evolutionsgeschichte tatsächlich einig… Zumindest was die Reihenfolge der letzten drei Entwicklungen angeht: Erst kam das Kraut, dann kam das Tier und dann der Homo Sapiens. Die Pflanzen hatten also genug Zeit, sich zu perfektionieren,bevor der Rest der Mannschaft antanzte. Das war auch gut so. Denn so konnten die Tiere gleich von ihnen profitieren. Als Nahrungs- und Heilmittel. Und während der Mensch noch in der Planung war, lernten die Tiere bereits, welche Kräuter wofür gut, welche giftig und welche in Maßen dennoch hilfreich waren. Dann traf der Mensch ein.  Und da er ja recht schlau ist (seiner Ansicht nach ja deutlich schlauer als die Tiere), guckte er sich das Wissen der Tiere einfach bei ihnen ab. Er beobachtete, welche Pflanzen sie fraßen und wann. Was die Tiere taten, wenn sie sich Würmern und Parasiten entledigen wollten, wenn sie verletzt waren und wenn sie krank wurden.

Der Mensch nahm dieses Wissen um die Pflanzenheilkunde auf und so wurde sie von Anbeginn seiner Existenz zu einem Teil von ihm. Ganz selbstverständlich. Jahrtausende lang. Erst in der Neuzeit, als die moderne Medizin ihren Siegeszug feierte, begann die Phytotherapie ins Hintertreffen zu geraten. Nur auf dem Land wurde das alte Wissen um Kräuter und Pflanzen noch von Generation zu Generation weitergegeben. Bis auch das immer mehr versiegte. Und so verschwand dieses Wissen nach und nach und verstaubte in alten Büchern und Köpfen. Zwar vergaß die breite Masse den Wert der Pflanzen. Dennoch nahmen sie unbewusst weiter welche ein. Allerdings mehr nach dem Zufallsprinzip. Denn nach wie vor bestehen viele Arzneimittel aus Pflanzenstoffen. Und natrülich nicht mehr in dieser Konsequenz und Menge wir vorher.

Bis die Zivilisationskrankheiten Aufschwung bekamen: Allergien, Stoffwechselstörungen, Metabolisches Syndrom und so weiter. Plötzlich begannen die Menschen ihren Lebensstil und die Errungenschaften der modernen Medizin zu hinterfragen. Denn plötzlich hatte diese ihre Grenzen. Und weil die Menschen mit der Klassischen Medizin nicht mehr weiterkamen, wenn sie zum Beispiel chronisch krank wurden, begannen sie nach Alternativen zu suchen. Und so wurde und wird nun wieder altes Wissen ausgekramt und verbreitet. Auch dieses Blog möchte sich an dieser Entwicklung beteiligen. Ohne so weit zu gehen, der Medizin ihrerseites den Wert abzusprechen. Aber indem es die Kräuterheilkunde als eine sinnvolle Ergänzung begreift, die gerade bei chronischen Krankheiten Großes bewirken kann.

Und weil gerade die Tiere den Anfang machten und heute so wenig davon haben, sollen Sie nun hier im Mittelpunkt stehen.

Ich wünsche Ihnen Viel Spaß bei den Entdeckungen, die Sie auf dieser Reise durch die geheimnisvolle Welt der Kräuter machen werden.

 

Ihre Herdis Hiller