Artgerechte Fütterung: die Grundlage für pferdische Gesundheit

Viele Pferdekrankheiten können durch Umstellung der Fütterung behoben werden

Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass die Fütterung und Haltung das A und O für die Gesundung und Gesunderhaltung eines Pferdes sind. Kräuter und Medikamente, Mineralstoffe und Futterzusätze sind nur so gut wie die Fütterung ist. Denn hier setzt vieles an und nimmt seinen Ursprung. Darum haben wir Ihnen auf den folgenden Seiten Informationen zum Thema artgerechte Fütterung bereitgestellt.

Fütterung

Eine nicht-artgerechte Fütterung wird immer wieder Probleme hervorrufen, denn der Pferdekörper ist ständig damit beschäftigt, die Fütterung zu kompensieren und die dadurch entstehenden Giftstoffe auszuleiten. Es entstehen so primäre Erkrankungen, die im direkten Zusammenhang mit der Fütterung stehen können wie Koliken, Stoffwechsel- oder Hauterkrankungen. Aber auch sekundäre Erkrankungen wie z.B. Kotwasser, die ein Entgiftungsversuch des Körpers sein können. Wer also langfristig die Gesundheit seines Pferdes erhalten und ausbauen möchte, wird nicht darum herum kommen, die Fütterung ins Visier zu nehmen.

Im Gegensatz zum Hund, der sich inzwischen deutlich vom Wolf unterscheidet, ist das Pferd nach wie vor nahezu das selbe geblieben wie seine wilden Verwandten. Die Verdauungsphysiologie zumindest hat sich nicht verändert und ist nach wie vor auf die Bedingungen in der Steppe angepasst. So ist das Pferd ein Rohfaserspezialist, dessen Körper auf viel Zellulose und wenig Energie aus der Nahrung eingestellt ist. Die menschliche Fütterung nahm irgendwann eine gegenteilige Richtung: Wie beim Rind versuchte man komprimiertes Futter (Kraftfutter, Silage) zu füttern, um die Leistung des Tieres zu erhöhen und gleichzeitig an Futtermengen zu sparen. Dass dies ein Problem sein könnte, fiel auch viele Jahrzehnte nicht auf, da Arbeits- und Kriegspferde in der Regel sowieso nicht so alt wurden. Außerdem hat sich die Landwirtschaft in dieser Zeitspanne verändert: Im Laufe der Zeit wurde und wird immer mehr auf Leistung und Gewinnmaximierung getrimmt. So wurden Arbeitspferde früher zwar mit Hafer aber vor allem auf der Grundlage von viel Heu gefüttert, doch irgendwann ging man dazu über, das Heu gegen Silage auszutauschen. Das brachte und bringt bei vielen Pferden dann "das Faß zum Überlaufen".

Oft fragen uns Pferdehalter: "Aber wieso sollte die Fütterung jetzt plötzlich ein Problem sein? Das war doch jaherlang kein Problem." Die Antwort ist so simpel wie desillusionierend: Es ist nicht jahrelang gut gegangen. Der Pferdekörper hat es nur über den Einsatz von viel Energie hinbekommen, die entstehenden Probleme zu kompensieren. So lange, bis das nicht mehr möglich war. Und dann brachen die Krankheiten aus. So ist der Ausbruch einer Krankheit selten dessen Entstehungszeitpunkt - mal von akuten Problemen wie Virusinfektionen o.ä. abgesehen. Die alte östliche Medizin hat dies schon vor Urzeiten erkannt, darum wird dort vor allem prophylaktisch gearbeitet. Auch eine artgerechte Fütterung und Haltung ist Prophylaxe und die Grundlage für Gesundheit und Wohlbefinden.

 

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