Der Leuchtstern der Krauterie
Ohne meine Lotti hätte es die Krauterie nie gegeben. Lotti war und ist mein Leuchtstern und wird es immer sein. Sie war der Grund, warum ich einst die Krauterie geschaffen habe - und sie leitet mir auch heute noch den Weg. Dies ist unsere Geschichte:
Als ich „Way of Life“ kennenlernte (das ist ihr Geburtsname) war sie 6 Jahre alt und im Verkauf eines Pferdehändlers. Doch sie stand nicht im Stall dieses Händlers, sondern bei einer seiner Mitarbeiterinnen privat, da sie jeden Menschen angegriffen hatte, der sich ihr näherte. Als er mir ein Foto von ihr zeigte und mir diese Geschichte erzählte, war es, als müsste ich sie unbedingt kennenlernen. Ich überlegte gar nicht. Ich verabredete mit dem Händler, sie 3 Monate zu mir zu stellen. Ich sagte, ich wolle schauen, ob ich an ihrer Haltung dem Menschen gegenüber etwas ändern könnte. Doch ich wusste, dass das nur ein Vorwand war. Ich wusste, ich würde sie nie wieder hergeben. Und so war es dann auch.
Und dann war sie da. Mit aufgerissenem Maul und Ohren, die so weit nach hinten gelegt waren, dass man sie gar nicht mehr sehen konnte, ging sie auf jeden los, der sich ihr näherte. Doch ich fand sie toll. So eine Königin! So eine Kriegerin! Dieses Pferd hatte schlimme Dinge erlebt. Doch anstatt innerlich zu zerbrechen, hatte sie den widrigen Umständen ihres Lebens den Kampf angesagt . Ich war begeistert von ihr!




Und so näherte ich mich ihr stundenweise um ein paar wenige Zentimeter. Gerade so wenig, dass sie nicht zum Angriff überging, und gerade so viel, dass ich ihr nach Tagen näher und näher kam. Und in den weiteren Monaten arbeitete ich mich immer weiter vor - in Mini-Schritten. Und nach und nach wurden wir zu einem Team.
Dennoch blieb ein Problem: Sie ließ sich nicht von anderen Menschen außer mir anfassen und hatte panische Angst vor dem Tierarzt und insbesondere vor Spritzen. Leider hatte der ganze Stress ihres bisherigen Lebens und die Folgen der Nichthändelbarkeit in Sachen Pflege und Vorsorge ihrem Körper keinen guten Dienst erwiesen. So dauerte es nicht lange, bis sie die erste Kolik heimsuchte. Und in den ersten Jahren sollten noch viele weitere folgen. Ich rief den Tierarzt, doch er konnte nichts ausrichten, denn er durfte ihr nicht näher kommen als 3 Meter. Da sie nach ihm biss und schlug, kam er auch gar nicht erst auf die Idee, es zu versuchen. Ich war also auf mich angewiesen. Und das blieb sehr lange so.
Nun war aber nicht nur ihr Verdauungssystem eine große Baustelle, sondern auch ihr Bewegungsapparat: Spat hinten und zu weich gefesselt, vorne Fehlstellungen und Arthrose. Hinzu kam eine empfindliche Haut und viele Verletzungen wegen ihrer Art unbarmherzig mit dem eigenen Körper ihre Ziele zu verfolgen.
Ich begann also meinen Zugang zu universitärem Wissen durch mein artfremdes Studium zu nutzen, um mich in die Tiermedizin und die Naturheilkunde einzulesen. Ich wälzte Bücher um Bücher, las unzählige Studien. Im Nachhinein habe ich vermutlich mehr Zeit meines Studium darin investiert als in meine eigentlichen Studienfächer.
Und dann begann ich auszuprobieren: Ich startete mit Schüssler Salzen, begab mich dann in die Homöopathie, die Bachblüten und so weiter. Alles war okay, aber nichts hat mich so überzeugt, dass ich dabei geblieben wäre. Doch dann kam die Pflanzenheilkunde. Und da trat das nächste Problem auf: Es war schwierig Kräuter in pferdegerechten Mengen überhaupt zu bekommen. Es gab nur einen einzigen Händler - und der kam aus Österreich und bot Kräuter auch nur in Pulverform an. Aber ich probierte es trotzdem. Und das Ergebnis war hammermäßig! Meine Lotti war kaum wiederzukennen, so gut ging es ihr. Neben der Kräuterfütterung stellte ich das Grundfutter von Heulage auf Heu um - und, was soll ich sagen, fortan hatte sie nie wieder eine Kolik in ihrem Leben. Ihr Bewegungsapparat wurde so stabil, dass ich noch Jahre mit ihr reiten konnte und sie 26 Jahre alt wurde! Nie hätte ich früher gedacht, dass ihr Körper dieses Alter schaffen würde. Doch sie schaffte es. Und wie sie das schaffte: voller Zufriedenheit und Wohlbefinden.
Und als ich merkte, dass mich mein bisherigen Beruf mehr und mehr unglücklich machte, suchte ich nach einer Alternative… Und ich bekam sie: großartige Impulse, tolle Ideen und Hilfe von geliebten Menschen und Tieren. Und ja, der Rest ist Geschichte. Wäre meine Lotti nicht gewesen, wäre ich nie an diesen Punkt gekommen. Sie ist der Grund, warum es die Krauterie gibt. Und sie hat mich stets geleitet in meinem Tun. So kam für mich niemals eine geringere Qualitätsstufe als die der Arzneibuch-Qualität in Frage, denn ich wollte, dass jeder von Euch diese grenzensprengende Erfahrung mit Kräutern macht wie Lotti und ich sie gemacht haben. Meiner Lotti hätte ich nie etwas geringeres gegeben und ich war überzeugt davon, dass auch dort draußen viele Menschen sind, die denken wie ich. Denen es wirklich um dieses eine Lebewesen geht, das sie lieben. Menschen, die wirklich und ernsthaft Verantwortung übernehmen.
Noch heute frage ich mich, wenn ich nicht weiter weiß: „Was würde Lotti an meiner Stelle tun?“ Und immer, wenn ich mir diese Frage stelle, wird die Antwort plötzlich ganz einfach. Denn sie ist noch heute was sie immer war:
Mein Leuchtstern, der mir den Weg leuchtet.
Meinen Way of Life.