Fütterung & Kräuter bei PSSM-Pferden

Chromfrei und ohne Phytoöstrogene – Speziell für PSSM-Pferde

Die erbliche und teilweise schwere Muskelstoffwechsel-Krankheit PSSM macht einigen Pferdehaltern große Sorgen. Grund genug für uns, uns mit diesem Thema intensiv auseinander zu setzen. PSSM ist nicht heilbar, aber wir können das Wohlbefinden des Pferdes erheblich steigern. Wie erfahren Sie hier: Wissen & Tipps zur Krankheit sowie eine ganz spezielle Kräutermischung und wertvolle Naturstoffe für PSSM-Pferde.

Wir verwenden Kräuter in hoher Krauterie-Qualität!

PSSM

Was genau ist PSSM? Definition

Die Polysaacharid Storage Myopathie bei Pferden ist eine vererbare Krankheit des Muskelstoffwechsels, dessen Folgen sind Bewegungsunlust, Steifigkeit und Kraftlosigkeit, im stärkeren Verlauf auch verschlagsähnliche Symptome (hierbei zerfallen viele Muskelzellen, darum bauen diese Pferde auch sichtbar Muskulatur ab), dessen Verlauf im schlimmsten Fall tödlich sein kann, da der Körper sich irgendwann selbst vergiftet und die Nieren versagen können.

PSSM kommt meist bei den stark bemuskelten Pferden wie Quarter Horses oder Kaltblütern vor - aber auch andere Rassen sind betroffen.

Wie kommt es zu PSSM? Ursachen

Der Muskel nimmt eine abnormal große Menge an Polysacchariden (Zuckern) in die Muskelzellen auf. Ein eindeutiger Grund hierfür ist noch nicht einwandfrei geklärt, aber es scheint einen Zusammenhang zu einer erhöhten Insulinempfindlichkeit der Muskelzellen zu geben. Wie dies dann letztendlich zur Erkrankung führt, ist noch nicht klar.

Woran erkenne ich PSSM? Symptome

PSSM ist oftmals gar nicht so einfach zu erkennen, da die Pferde oftmals einfach nur bewegungsunlustig und steif sind, keine Energie haben. Die Muskultur muss in diesem chronischen Stadium auch gar nicht merkbar verhärtet sein. Erst im schweren Schub wird die Muskulatur bretthart. Das Pferd beginnt an den betroffenen Bereichen zu schwitzen, hat sehr starke Schmerzen, kann sich überhaupt nicht mehr bewegen. Wenn sich der Urin dunkel färbt, hat der entglittene Muskelstoffwechsel bereits den Körper mit so viel Giften überschwemmt, dass die Nieren in Mitleidenschaft gezogen werden (=allergrößte Not!). Ein solcher Verschlag ist nicht immer so einfach von anderen Erkrankungen wie z.B. einer Kolik zu unterscheiden.

Woher weiß ich, dass mein Pferd PSSM hat? Diagnose

Die Muskelenzyme im Blut können einen ersten Hinweis geben. Diese Werte sind meist schon in Ruhe deutlich erhöht und steigen nach unbedeutend leichter Bewegung noch stärker an. Endgültige Gewissheit gibt dann eine Muskelbiopsie. Auch ein Gentest kann zumindest einen der zwei PSSM-Typen verifizieren. Sollten Sie den Verdacht haben, dass Ihr Pferd an PSSM leiden könnte, führen Sie diese Tests lieber früher als später durch, damit es erst gar nicht zu solch schweren Verläufen kommt.

Was tun bei PSSM? Hilfe, Behandlung & Fütterung

PSSM ist in dem Sinne nicht heilbar. Aber Sie können dennoch viel dafür tun, dass Ihr Pferd keinen schweren Schub erleiden muss. Die "Behandlung" von PSSM geht zwei Wege: Zum einen ein ganz speziell auf das PSSM-Pferd abgestimmtes Bewegungsprogramm, bei dem die Muskulatur auf keinen Fall zu stark gefordert werden darf. Zum anderen eine absolut strikte Diät und Futterumstellung!

Fütterung bei PSSM:

Bei der Fütterung bzw. der Diät geht es vor allem darum, die leicht verfügbaren Kohlenhydrate / Zucker aus dem Futterplan zu streichen! Leicht verfügbare Kohlenhydrate befinden sich in allen Getreidesorten und in fast allen Müsli-Sorten, Mash etc. Aber auch natürliche (und für andere Pferde gesunde) Zusätze wie Bierhefe (50 bis 60 % Protein!) oder Mikroalgen wie Spirulina und Chlorella (60 bis 70 % Protein) sind tabu. Gleiches gilt für Futterzusatzstoffe wie Melasse, die in fast jedem Müsli enthalten sind, aber auch (Vorsicht:) in manchen Produkten für Effektive Mikroorganismen. Zucker sind nicht nur in Mais, Obst, Karotten, Rübenschnitzel usw, sondern auch im Gras! (Der Weidegang sollte also nur bei fructanarme Wetterbedingungen erfolgen und grundsätzlich stark reduziert werden). Egal, was Sie also Ihrem Pferd füttern wollen: es sollte keine bzw. sehr sehr wenig Proteine und überhaupt keinen Zucker enthalten.Auch von säurebildendem Futter wie Heulage oder Silage würden wir abraten.

Was bleibt? Heu, Heu und nochmals Heu! 24 h zur freien Verfügung - am besten aus engmaschigen Heunetzen. (Es dürfen keine Futterpausen entstehen). Und wenn Sie einen erhöhten Energiebedarf decken wollen, dürfen Sie Öl nehmen. Aber bitte nicht irgendein Öl, denn es gibt etzündungsfördernde Öle (Distelöl, Mohnöl, Sonnenblumenöl) und entzündungshemmende Öle (Nachtkerzenöl, Borretschöl). Am allerbesten ist ein hochwertiges Nachtkerzenöl, am besten kbA oder Bio, um den Energiebedarf zu decken).

Vitamine wie das Vitamin E und Spurenelemente wie Selen sind durchaus auch hilfreich. Aber Vorsicht: beide Stoffen führen zu Vergiftungen, wenn Sie überdosiert werden, also immer genau ausrechnen, wie viel alle Futtermittel zusammen an Vitamin E und Selen ergeben.

Für einen gesunden Stoffwechsel ist eine artgerechte Fütterung elementar! Mit Heu und ohne Kraftfuttermittel sind Sie schon ganz gut dabei. Doch eines fehlt noch: Kräuter! In freier Natur fressen Pferde das ganze Jahr über die verschiedensten Kräuter, welche den Stoffwechsel pflegen, stärken und regenieren. Das muss der Mensch heute leider substituieren, da unsere Weiden mit Kräutervirlfalt oftmals nicht mehr viel zu tun haben.

Kein Chrom & keine Phytoöstrogene bei PSSM!

Neueste Forschungen zeigen inzwischen, dass Chrom, der bei anderen Stoffwechselerkrankungen mit Zusammenhängen im Insulingeschehen wie z.B. EMS sehr hilfreich ist, bei PSSM das Gegenteil bewirkt. Es ist also sehr wichtig chromhaltige Futtermittel und Kräuter nicht zu füttern.

Chromreiche Futtermittel & Kräuter:
Weizenkeime, Melasse, Spirulina & Chlorella, Johannisbrot, rote Beete, Buchweizen, Mais, Kresse, Bockshornklee, Brennessel, Hirtentäschelkraut, Heidelbeerblätter, Artischocken, Gerste, Bierhefe etc.

Gleiches gilt für Phytoöstrogene:
Soja, Leinsamen, Kleie, Getreide, Hopfen, Salbei, Rotklee, Baldrian etc.

Dafür sind inulinhaltige Pflanzen einen Versuch wert. Inulin greift bei Menschen in das Insulingeschehen ein und harmonisiert dieses. Da auch PSSM eng mit dem Insulinspiegel verknüpft ist, erscheint es uns zumindest einen Versuch wert zu sein, ob sich diese Erkenntnisse auch aufs Pferd übertragen lassen. Inulin befindet sich in besonders hohem Maß in der Topinamburwurzel. Diabetiker und Menschen, die am metabolischen Syndrom erkrankt sind oder einfach ihren Cholesterinspiegel senken müssen, profitieren oftmals erheblich von Topinambur. Leider hat diese Wurzel einen Haken: Sie enthält besonders viel stärkeähnlichen Zucker und ist somit bei PSSM nicht geeignet. Eine andere stark inulinhaltige Pflanze hingegen ist auch aufgrund ihrer ausleitenden Wirkung super geeignet für PSSM-Pferde: der Löwenzahn!