Was die Qualität von Heucobs ausmacht

Bei Heucobs scheint die Sache ganz einfach zu sein: Es ist eben zerkleinertes und gepresstes Heu - egal von welchem Hersteller. Insofern scheint das einzige Unterscheidungsmerkmal der Preis zu sein, der beim Interessenten Ausschlag gibt. Tatsächlich gibt es aber sehr große Unterscheide bei Heucobs… Man muss nur wissen, wonach man schauen muss. 

In diesem Artikel möchten wir Dir einen Überblick darüber geben, was genau den Unterschied macht. 

Worin sich Heucobs unterscheiden: 

  • Wahl der enthaltenen Gräser
  • Schnittzeitpunkt des Heus
  • und damit Zuckerwerte
  • und Proteinwerte
  • Restfeuchtigkeit des Heus und damit Unterschiede in der Mikrobiologie
  • Schnitthöhe & unterschiedliche Weiden
  • und damit ggf Menge Fremdbestanteile (Erde, Binsen, Blätter, Zweige, Moos etc.)
  • Trocknungsprozess = Gehalt der verbleibenden Inhaltsstoffe
  • Verarbeitungsprozess (Schneiden & Pressen) und ggf Zusatz von Hilfsstoffen

Der Grundstoff von Heucobs: Heu

Ihr kennt das sicherlich: Heu ist nicht gleich Heu. Es gibt den ersten Schnitt und den zweiten, manchmal sogar einen dritten. Allerdings sagt der Schnittzeitpunkt sehr viel mehr über den Gehalt des Heus aus als die Zahl der Schnitte: Der ein erster Schnitt kann im Mai, noch vor der Blüte geschehen und enthält somit jede Menge Energie. Der erste Schnitt kann aber auch im Juni / Juli nach der Blüte sein und enthält somit sehr viel weniger Energie. Für Pferdeheu wird immer ein Schnitt nach der Blüte empfohlen, damit die Zuckerwerte nicht so sehr durch die Decke gehen. Doch nun kommt ein weiterer Faktor hinzu, der wesentlich Einfluss auf die Zuckerwerte hat: das Wetter. Und nun wird es richtig kompliziert! Denn ist es zu nass, kann der/die Landwirt/in nicht mähen. Es muss eine Zeit lang trocken sein, damit er/sie auf der sicheren Seite ist, dass das Heu keine Schäden durch Feuchtigkeit nimmt (Mikrobiologie, heißt zB Schimmelsporen). Wird allerdings zu lange gewartet, ist es also zu lange trocken, dann geraten die Gräser unter Stress und produzieren weit mehr Fruktan. Dann hätten wir selbst bei einem späteren Schnitt nach der Blüte erhöhte Fruktanwerte im Heu. 

Richtig gutes Heu zu machen ist also zum einen eine wahre Kunst, zum zweiten eine Frage des Geldes (denn ein späteren Schnitt bringt den Landwirt ggf um einen zweiten Schnitt, also verdient er/sie wesentlich weniger Geld mit seiner Ernte) und drittens auch eine Sache von Glück. 

Richtig gutes Heu kostet also allein aus dem Grund schon mehr Geld, weil es mehr Zeit kostet und sehr viel mehr Wissen bedarf. Da viele Hersteller von Heucobs aber genau das eine nicht wollen: nämlich mehr Geld auszugeben, ist die Tendenz gegeben, früh geschnittenes Heu zu nehmen. 

Einen Vorteil hat das früh geschnittene Heu: Es enthält auch mehr Protein. Denn was wir an Zucker nicht haben wollen im Heu (Steppentier Pferd: spezialisiert auf rohfaserhaltige aber zuckerarme Nahrung), wollen wir aber an Protein haben. Der Klimawandel hingegen verändert diese beiden Werte in Heu seit einigen Jahren stark (siehe folgende Tabelle: https://www.lufa-nord-west.de/index.cfm/action/downloadcenter?file=0DEDC8DA): Die Zuckerwerte steigen, die Proteinwerte sinken. Um das Dilemma auszuhebeln, muss man noch an einer anderen Stelle ansetzen: 

Die Wahl der „richtigen“ Gräser

Wenn wir in Heu und somit auch in Heucobs Zuckerwerte unter maximal 10% wollen (,denn das ist die Obergrenze dessen was für Pferde noch artgerecht und vertragbar ist), aber Proteinwerte von mindestens 10% benötigen, da Proteine für ein Pferd essentiell, also überlebenswichtig sind, dann können wir das in Zeiten des Klimawandels nur bedingt durch die oberen Maßnahmen steuern. Wir brauchen also Gräserarten, die trockenheitsverträglich und resistent sind, aber nicht zu zuckerreich, dennoch ausreichend proteinreich. 

Fremdbestanteile im Heu bzw. Erdanteil

Der Anteil Erde im Heu, was entsteht, wenn das Gras zu tief gemäht wird, zeigt sich in den Analytischen Werten unter dem Punkt „Rohasche“. Der Wert hier sollte unter 10% liegen. Höhere Gehalte können auf Verunreinigungen hindeuten. 

Trocknungsprozess

Je schonender ein Stoff getrocknet wird, desto mehr Inhaltsstoffe verbleiben im Heu - also Mineralstoffe, Vitamine, Proteine etc. Bei großer Hitze und Sonneneinstrahlung zu trocknen garantiert zwar geringe Werte in der Mikrobiologie (Schimmel & Co), aber auch den Verlust von Nährstoffen. Auch hier ist enormes Wissen und Fingerspitzengefühl gefragt, um eine gute Balance zu finden. 

Verarbeitungsprozess

Auch der Verarbeitungsprozess hat großen Einfluss auf den Erhalt der Inhaltsstoffe. Auch hier gilt, wenn mit zu viel Hitze gearbeitet wird, reduziert sich der Gehalt an Mineralstoffen, Vitaminen usw stark. Und noch ein Punkt ist im Verarbeitungsprozess wichtig: Wird mit oder ohne Hilfsstoffe gearbeitet? Hilfsstoffe können beim Pressen der Pellets eingesetzt werden, um besonders feste und stabile Pellets zu erhalten. Warum ist das interessant? Je fester ein Pellet desto weniger Verlust durch Zerkrümeln. 

Der Preis & die Wertschätzung des Landwirts

Wir kommen also wie leider immer wieder auf den Mindestpreis, den ein Produkt kosten muss, damit es vernünftig und pferdegerecht produziert werden kann. Doch noch ein weiterer Aspekt bestimmt den Preis: Die Macht, die ein Unternehmen hat und die Frage, wie es damit umgeht. Große Konzerne nehmen große Mengen bei den Produzenten (Landwirten) ab. Damit haben sie eine gewisse Macht. Diese Macht kann (muss nicht) genutzt werden, um den Preis des Produzenten zu drücken. Ob diese Macht genutzt wird oder nicht, diese Frage stellt sich für kleine Unternehmen einfach nicht, denn sie haben diese Macht ganz einfach nicht. Insofern werden Produkte von kleinen und mittelständischen Unternehmen allein schon deswegen einen höheren Preis aufrufen als es Konzerne können, allein wegen der abgenommenen Mengen und der Einflussnahme, die aufgrund dessen möglich ist. Der Verbraucher muss sich darum immer fragen, ob er einem Produzenten Wertschätzung entgegen bringen möchte für die harte Arbeit, die er tätigt. Denn die Macht des Kunden ist die Kaufentscheidung. Mit dieser Entscheidung können Kunden bestehende System stützen oder stürzen… Da liegt die größte Macht. 

Hier kannst du die Werte unserer Heucobs nachlesen.