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Warum artgerechtes Futter so wichtig ist

Das Thema Artgerechte Fütterung gelangt immer mehr in den Fokus vieler Tierhalter. Zum Glück! Denn Ernährung ist immer die Basis jeglichen Wohlbefindens. Mit der Ernährung fängt alles an. Und damit ist sie so viel mehr als bloß Futter. 

Artgerecht bedeutet „einer Art gerecht“ zu werden. Nämlich den speziellen Bedürfnissen einer bestimmten Spezies. Jede Tierart hat sich im Laufe der Evolution auf eine bestimmte biologische Nische spezialisiert, um zu überleben. Auf diese besonderen Umweltbedingungen hat sich der ganze Körper angepasst – und so auch der Verdauungstrakt.

Katzen zum Beispiel sind reine Carnivoren – sie ernähren sich ausschließlich von kleinen Tieren. Dementsprechend ist der Verdauungstrakt vor allem auf die Aufspaltung von viel tierischen Proteinen und Fetten, aber auch auf die Verarbeitung von Hautanhangsgebilden wie Fell, Federn, Krallen usw.  ausgelegt. Da Katzen nie Pflanzen fressen, die ätherische Öle enthalten, hat die Natur für die Verarbeitung solcher Stoffe keine Strategie vorgesehen. Das bedeutet: Katzen haben eine Glucoronidierungsschwäche und können ätherische Öle nicht verarbeiten. Diese reichern sich darum in der Leber an und führen nach und nach zur Vergiftung.

Hunde hingegen ernährten sich immer schon sowohl von Beutetieren als auch von Beeren und Pflanzen, die im Wald so zu finden waren. Darum haben Hunde diese Glucoronidierungsschwäche nicht und können sowohl mit pflanzlicher als auch mit tierischer Nahrung umgehen (dem Menschen sehr ähnlich).

Pferde verarbeiten überhaupt keine tierischen Proteine und Fette. Die Natur hat darum auf die Ausbildung einer Gallenblase verzichtet… Mit anderen Worten: Pferde besitzen keine Gallenblase. Fett aufzuspalten ist darum für Pferde nur sehr begrenzt möglich. Wildpferde ernähren sich von dem, was die karge Steppe zu bieten hat. Das bedeutet, dieser Verdauungstrakt hat sich auf Nahrung spezialisiert, die sehr viel Zellulose (harte Pflanzenfasern) besitzt und sehr schwer aufgespalten werden kann (im Gegensatz zu Fleisch), und die sehr energiearm ist. Ein komplett anderes Verdauungssystem also!

Was geschieht, wenn wir unsere Tiere nicht ihrer Art nach ernähren, sondern einfach Futtermittel nehmen, für die der Verdauungstrakt nicht ausgelegt ist? Ganz simpel: Es geht ihnen nicht gut. Ist ja auch logisch! Darum ist es so sehr wichtig, zu verstehen, welches Wesen mein Tier genau ist und wie sich seine Vorfahren ernährt haben. Denn dann wird ganz schnell ganz klar, welche Futtermittel das Tier bekommen sollte und welche nicht. Im Prinzip ist es sehr simpel.

Darüber hinaus gehört natürlich zu einer artgerechten Ernährung auch der Verzicht auf Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker, Emulgatoren, Konsistenzverbesserer und all diese Zusatzstoffe, welche die Industrie so gerne hat – das Lebewesen aber nicht.

 

Allein schon aus Liebe zu unseren Tieren sollten wir zurückgehen zur Natur! Denn wir Menschen ändern die Prinzipien der Natur nicht. Wir könnten höchstens gegen Windmühlen kämpfen. Ob das erstrebenswert ist, kann sicherlich Don Quijote beantworten 😉

 

 

Bildrechte: Eric Vega istockphoto.com