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Jakobskreuzkraut im Frühling entfernen

Wenn wir ab Juni die gelben Blüten des Jakobskreuzkrauts auf den Weiden finden, kann es bereits zu spät sein. Denn vor allem die ganz jungen Pflanzen bilden kaum Bitterstoffe, die das Pferd vom Fressen abhalten. Darum ist es wichtig, noch vor dem Weideaustrieb die Weiden abzusuchen, die Giftpflanzen großzügig auszustechen und zu vernichten. Die sollte außerdem vor der Blüte geschehen, damit sich das Jakobskreuzkraut nicht weiter ausbreiten kann. Woran Sie das Kraut erkennen können, was es anrichten kann und wie sie es richtig entsorgen, können Sie im Folgenden nachlesen.

Jakobskreuzkraut erkennen:

Die Blätter sind beim erwachsenen Senecio jacobea meist länglich (wie auf dem Bild). Die der ganz jungen Pflanze sind eher rundlich gedrungen. Der Arbeitskreis Jakobskreuzkraut eV hat eine schöne Übersicht, auf der man die verschiedenen Blattstadien gut erkennen kann:

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copyright www.ak-kreuzkraut.de

Die ganze Pflanze kann etwa 30 bis 100 cm hoch werden. Charakteristisch für den kräftigen Stängel ist, dass er sich nach unten hin oft rot verfärbt. Dies gilt allerdings nicht unbedingt für die ganz junge Pflanze.

Die Blütezeit des Jakobskreuzkraut ist von Juni bis Oktober. Die Blüte besitzt 13 Blütenzungen.

Die Blattrosette wächst im ersten Jahr sehr bodenah und ist von Weitem nicht zu erkennen. Da sie aber bereits in diesem Stadium entfernt werden sollte, muss die Weide leider Stück für Stück abgeschritten werden.

Zeitpunkt der Entfernung des Jakobskreuzkrautes:

Beginnt die Giftpflanze zu blühen, verteilt sie ihre Samen überall hin. Auf diese Art und Weise, durch ein verändertes Klima und unsere engvernetzte Welt gelangte das Jakobskreuzkraut auch ins nördliche Europa, obwohl es hier ursprünglich nicht heimisch war. Der Siegeszug des Krauts ist enorm. Jedes Jahr wieder können wir die weitere Ausbreitung beobachten. Besonders auf den öffentlichen Flächen z.B. am Rand der Autobahn sind zum Teil riesige Populationen zu finden. (Offenbar sind die Kommunen, Länder und Gemeinden noch nicht dahinter gekommen, warum und wann das Jakobskreuzkraut eingedämmt werden sollte).

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Für Landwirtschaft und Pferdehalter äußerst ärgerlich, denn so wehen jedes Jahr wieder JKK-Samen auf deren Flächen.

Es ist also (selbst im Kleinen) sehr wichtig, die Pflanze zu entfernen, solange sie noch nicht blüht.

Und noch ein sehr wichtiges Argument für die frühe Entfernung: Junge Pflanzen bilden in den ersten Wochen noch keinen Fraßschutz durch Bitterstoffe aus, sind aber schon voll giftig. (Ältere Pflanzen sind für Pferde in der Regel durch diese Bitterstoffe uninteressant – es sei denn, die Weide ist weitz heruntergefressen.) Darum sollte die Weide entweder vor dem Weideaustrieb abgesucht werden oder in den ersten Wochen des Graswachstums.

 

Wie man Jakobskreuzkraut entfernen und entsorgen sollte

Wird das Jakobskreutkraut nach der Blüte nur abgemäht, wirft es seine Samen an Ort und Stelle ab und verbreitet sich noch stärker. Die sicherste Methode ist darum, die Pflanze nebst Wurzelballen großzügig auszustechen. Da die Wurzeln sehr lang und tief sind, führt der Versuch, die Pflanze nebst Wurzeln herauszuziehen, meist zum Abreißen des Stängels.

Die ausgestochenen Pflanzen können Sie entweder im Hausmüll entsorgen oder verbrennen. Wichtig ist, dass Sie diese nicht in den Biomüll, auf den Kompost- oder den Misthaufen werfen. Denn auch von dort breiten sich die Pflanzen immer weiter aus.

 

Giftigkeit von Jakobskreuzkraut

Die Giftigkeit von Kräutern wird in unterschiedlichen Stufen angegeben. Jakobskreuzkraut gehört leider zu den sehr stark giftigen Pflanzen. Eine Aufnahme von 5 bis 20 % des Körpergewichts sind tödlich. Das klingt erst einmal viel, doch leider handelt es sich hierbei nicht um eine einmalig aufgenommene Menge. Es ist genaus giftig, wenn sie über Monate verteilt aufgenommen wird. Denn die Giftstoffe reichern sich in der Leber an und summieren sich dort.

Auch für Menschen ist Jakobskreuzkraut giftig.

 

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Ein Kommentar zu “Jakobskreuzkraut im Frühling entfernen

  1. Heidi Horwell

    Guter Tip, ich dachte, das Kraut sei nur in England so stark verbreitet, also nun auch in Deutschland :-(

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