Hufrehe-Gefahr Frühling

Hufrehe-Gefahr Frühling

Wenn der Winter sich seinem Ende neigt, sehnen sich alle Lebewesen nach Frühling, Sonne und Grün! Das geht natürlich auch unseren Pferden so. Sie brennen darauf, endlich wieder auf die Koppel zu dürfen. Zum Herumtollen, Rennen ... und vor allem Fressen. Da unsere heutigen Weiden allerdings nicht mehr viel mit dem Steppengras zu tun haben, für das die Verdauungssysteme unserer Pferde geschaffen sind, kann das Anweiden im Frühling schnell zu einer echten Gefahr werden. Neben Durchfall, Kotwasser und Blähbauch droht vor allem eine sehr schwerwiegende Pferdekrankheit: die Hufrehe!

Doch warum ist die Hufrehe-Gefahr im Frühling so hoch?
Im Frühling folgen auf meist noch kalte Nächte sonnige, warme Tage. Diese starken klimatischen Veränderungen innerhalb kurzer Zeit setzen das Gras unter enormen Stress. Und wenn Gras "gestresst wird", reagiert es mit einer verstärkten Ausschüttung von Fruktanen (Fruchtzucker). Diese gehören zu den leicht verdaulichen Kohlenhydraten (wie alle stärkehaltigen Futtermittel wie Getreide, Mais, Melasse etc.), welche für das Verdauungssystem der Pferde nicht gut verträglich sind. Denn Pferde sind von Natur aus auf rohfaserreiches aber energiearmes Futter ausgelegt. Das können Sie gut verwerten. Für leicht verdauliche Kohlenhydrate ist das Verdauungssystem der Pferd nicht eingerichtet. Dadurch entstehen vermehr Stoffwechselgifte, welche sich im Gewebe ablagern können. Wie genau diese dann in der Huflederhaut zu Hufrehe führen können, ist noch nicht abschließend geklärt, aber vermutet wird, dass die Gifte zu einer schlechteren Durchblutung in der Huflederhaut führen, was eine Entzündung zur Folge hat.

Natürlich ist die Menge an Fruktanen im Gras nicht allein ausschlaggebend. Es müssen meist schon mehr Faktoren zusammen kommen. Oftmals sind die Pferde, die auf Fruktane mit Hufrehe reagieren übergewichtig, besitzen einen nicht gut funktionierenden Stoffwechsel, sind am Equinen Metabolischen oder Cushing Syndrom erkrankt oder weisen eine ungünstige Hufsituation auf. Da aber laut Aussage von Dr. Karl Blobel (ehemaliger Olympia-Mannschaftstierarzt; bei einem Interview, das ich am 18. Mai 2011 mit ihm führte) fast alle Weide- und Freizeitpferde zu dick sind, ist das Risiko für Hufrehe im Frühling bei sehr vielen Pferden durchaus stark vorhanden.

 

Hufrehe im Frühling vorbeugen durch langsamen Anweiden

Der Hufrehe kann im Frühling vor allem durch sehr langsames und sanftes Anweiden vorgebeugt werden. Wer sein Pferd von Null auf  Hundert auf die Weide lässt, muss sich nicht wundern, wenn das Pferd mit Hufrehe zurückkommt. Langsames Anweiden kann z.B. so aussehen: Sie beginnen das Anweiden an der Hand für erstmal maximal 15 Minuten am Tag. Diese Anweide-Dauer sollten Sie mindestens eine Woche beibehalten. Dann kann auf idealerweise 2 mal am Tag 15 Minuten oder 1 mal am Tag 25- 30 Minuten gesteigert werden. Wieder etwa eine Woche lang. In der dritten Wochen sind wir dann etwa bei 45 bis 60 Minuten am Tag; in der vierten bei 1,5 bis 2 Stunden. Ideal wäre, Sie würden das Anweiden dann immer weiter steigern, bis Sie bei der Anzahl Stunden pro Tag sind, die Sie Ihr Pferd auf der Weide lassen wollen. Grundsätzlich ist aber das vorsichtige Anweiden wie eben beschrieben von 4 Wochen schon eine sehr gute Grundlage, den Pferdekörper an das Gras zu gewöhnen.

 

Hufrehe-Gefahr senken durch Kräuter

Ist allerdings der Stoffwechsel Ihres Pferdes nicht ideal oder gibt es andere der oben genannten Faktoren wie Übergewicht, ECS oder EMS, ist das langsame Anweiden zum Schutz vor Hufrehe nicht unbedingt ausreichend. Denn letztlich bestimmt auch die Gesamtmenge an aufgenommenen Fruktanen irgendwann, ob Hufrehe entsteht oder nicht. Wichtigste vorbeugende Maßnahme gegen Hufrehe im Frühling ist darum die Aktivierung des Stoffwechsels und der Entgiftungsorgane und die Gesunderhaltung der Verdauungsorgane. So haben die Stoffwechselgifte weniger Chance, sich überhaupt erst im Körper festzusetzen, weil sie schnell ausgeschleust werden. Und die Schleimhäute von Magen und Darm sind derart gestärkt, dass sie keine Stoffe in den Körper dringen lassen, die da nicht hin gehören. Für den Stoffwechsel, die Entgiftungsorgane sowie Magen und Darm sind Kräuter ware Alleskönner.

Wir Menschen kennen das selbst, haben wir Verdauungsbeschwerden, nehmen wir Iberogast (ein pflanzliches Mittel aus Kräutern) oder den althergebrachten Magenbitter. Muss die Leber gestärkt werden, warten sogar im Supermarkt Präparate mit Mariendistel oder Artischocke auf uns. Und zur Durchspühlung der Nieren gibt es überall Nieren- und Blasentee aus Kräutern. Viele dieser Kräuter wurden auch für Tiere untersucht und in ihrer Wirksamkeit bestätigt. Und wer einmal eine entgiftende und stoffwechselaktivierende Kräuter-Kur bei seinem Pferd ausprobiert hat, wird geradezu sehen können, wie sehr diese dem Pferd gut tut - mal von der Hufrehe-Prophylaxe abgesehen. Denn die Stoffwechsel-Kräuter aktivieren den ganzen Organismus. Das Pferd wird die "Schlacke" los, die sich im Winter angesammelt haben und fühlt sich dadurch leichter und beschwingter. Der Körper ist halt einfach entlastet. Das tut besonders den chronisch kranken Pferden gut, die an Rheuma bzw. Arthrose oder Hautkrankheiten wie Ekzemen leiden. Denn auch diese Krankheiten werden durch den Stoffwechsel beeinflusst.

Und noch einen positiven Nebeneffekt haben die Kräuter, welche der Hufrehe-Vorbeugung Ihres Pferdes dienen sollen: Pferde, die zu dick sind (potenzierte Hufrehe-Gefahr!), nehmen oftmals durch die Aktivierung des Stoffwechsels viel leichter ab.

Hier hat die Krauterie schon eine fertige Mischung zum Anweiden zusammen gestellt: Weide-Start Kräuter oder für bereits bestehende Hufrehe: Huf Kräuter No. 2.

 

Stoffwechsel-und Entgiftungs-Kräuter

  • Artischocke
  • Anis
  • Brennnessel
  • Birke
  • Engelwurz
  • Erdbeerblätter
  • Fenchel
  • Gänseblümchen
  • Goldrute
  • Kapuzinerkresse
  • Kümmel
  • Löwenzahn
  • Mariendistel
  • Schafgarbe
  • Stiefmütterchen
  • Süßholzwurzel
  • Tausendgüldenkraut
  • Ortosiphon
  • Weinlaub
  • Walnussblätter
  • Wermut
  • und viele mehr

 

Hufrehe im Frühling vorbeugen durch Abstinenz von weiteren leicht verdaulichen Kohlenhydraten

Die Hufrehe-gefährliche Menge von leicht verdaulichen Kohlenhydraten ist (wie oben ja schon erwähnt) im Frühling sowieso schon besonders hoch durch die Fruktane im Gras. Es ist also absolut ratsam, sämtliche andere leicht verdaulichen Kohlenhydrate besonders im Frühling zu meiden! Dazu gehört Kraftfutter (Getreide, Pellets, Melasse, Kleie, Mash, Müsli etc),aber auch Leckerlis und süße Früchte oder Gemüsesorten. Außerdem sollte unbedingt auf einen ausbalancierten Säure-Basen-Haushalt geachtet werden. Das bedeutet: Keine Silage oder Heulage füttern, sondern nur Heu! Stress reduzieren. Magenbeschwerden behandeln. Für viel Bewegung sorgen (mindestens 6 Stunden am Tag). Und keine Fresspausen von mehr als 3 bis 5 Stunden aufkommen lassen. (Abgeschafft werden können Fresspausen relativ einfach durch den Einsatz engmaschigr Heunetze. Durch sie fressen die Pferde nicht mehr als aonst, haben aber länger damit zu tun.) Überhaupt ist es besonders in der Weidesaison sehr wichtig, dass der Hauptbestandteil der Nahrung nicht aus Gras besteht. Anders formuliert: Gut wäre, wenn Pferde mehr als die Hälfte ihrer Ration an Heu zu sich nehmen und den geringeren Anteil an Gras. So kann das rohfaserreiche und energiearme Heu viel von dem auffangen, was durch Gras in Schieflage geraten und damit zu Hufrehe führen kann.

 

Viele dero.g. Kräuter haben gerade im Frühling Hochsaison wie z.B. der Löwenzahn. Dies nicht ohne Grund, so scheint es. Ich habe schon lange den "Verdacht", dass die Kräuter genau in den Jahreszeiten wachsen, in denen wir sie am nötigsten brauchen :) Darum: sollte bei Euch auf der Weide Löwenzahn wachsen, freut euch drüber. So entgiftet euer Pferd von ganz allein.

 

Liebe Leser,

leider finde ich keine Zeit Kommentare zu beantworten. Bei dringenden Fragen schreiben Sie gerne eine Email an post@krauterie.de.

Vielen Dank!

Herzliche Grüße

Herdis Hiller

 

3 Gedanken zu „Hufrehe-Gefahr Frühling“